Interview mit dem Experten für Finanzdienstleistungen und Betreiber des Blogs Finanzzeug, Marc Störmer.
1) Herr Störmer, geben Sie bitte eine kurze Einführung zu Ihrer Person
Ich bin 38 Jahre alt, seit acht Jahren arbeite ich in der Finanzdienstleistungsbranche. Ursprünglich hatte ich nach dem Abitur auf einer Privatschule eine kaufmännische Ausbildung gemacht und bin über die Reise- und IT-Branche letztendlich zur Finanzdienstleistung gekommen. Die ersten 30 Jahre meines Lebens habe ich in Frankfurt am Main verbracht und lebe nun seit acht Jahren am Bodensee. Ich bin derzeit Teilhaber und Geschäftsführer eines alteingesessenen unabhängigen Finanzdienstleistungsunternehmens. Die Abschlüsse zum Fachberater für Finanzdienstleistung (IHK) und im Anschluss den Fachwirt für Finanzberatung habe ich erfolgreich abgelegt.
2) Ihre Spezialgebiete sind Versicherungsoptimierung, Geldanlage und Immobilienfinanzierung. Wie würden Sie Immobilien als Geldanlage im Jahr 2010 bewerten und was sollte man bei der Investition als Geldanlage beachten?
Die Immobilie ist nach wie vor eine sehr gute Geldanlage. Hier muss man jedoch sehr differenziert betrachten. Die selbstbewohnte Immobilie macht sicherlich Sinn um sich im Rentenalter die Mietzahlungen zu sparen. Mit der vermieteten Immobilie kann man sich eine zusätzliche Einnahmequelle fürs Alter aufbauen, allerdings sollte beachtet werden, dass hier viele Verwaltungstätigkeiten auf den Vermieter zukommen, die viele Vermieter nicht unbedingt bewältigen können. Äußerst interessant ist für Bezieher höherer Einkommen, die denkmalgeschützte Immobilie, wenn diese saniert und vermietet wird. Zum einen entstehen sehr interessante steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten und man kann dauerhaft auf Mieteinnahmen zurückgreifen. In diesem Bereich ist die Verwaltung besonders wichtig, diese sollte von professioneller Seite übernommen werden. Sicherlich ist eine Investition in den US-amerikanischen Immobilienmarkt derzeit äußerst interessant, denn hier sind die Preise deutlich gefallen und es kann damit gerechnet werden, dass sich der Markt in den kommenden Jahren wieder konsolidiert und sich damit einhergehend wieder gute Renditen erzielen lassen.
3) Welche Auswirkungen hat die globale Finanzkrise auf den deutschen Immobilienmarkt?
Der deutsche Immobilienmarkt ist weitestgehend von der Finanzkrise verschont geblieben. Zum einen werden Immobilien in Deutschland klassischerweise mit Festzinsbindung finanziert, zum anderen ist der Markt schon seit einigen Jahren recht stabil und die Zinsen nur moderat schwankend. Während der Krise sind die Preise für Immobilien etwas gesunken und die Verkaufszahlen von Immobilien hierzulande zwar etwas eingebrochen, aber gerade im letzten Quartal 2009 und im ersten Quartal 2010 sind wieder steigende Verkaufszahlen und vermehrte Aktivität zu sehen.
4) Sie betreiben das Blog Finanzzeug. Was hat Sie zur Erstellung dieses Blogs motiviert?
Die Motivation das Blog Finanzzeug zu betreiben ist geboren aus der Entscheidung meinen Klienten über die normale Beratung hinaus Informationen bereitzustellen, die nicht unbedingt in den Rahmen einer Finanzberatung passen. Desweiteren wollte ich mein Wissen aus der jahrelangen Tätigkeit in der IT-Branche mit dem Wissen aus der Finanzwelt kombinieren.
5) Welche Form der Immobilienfinanzierung würden Sie empfehlen?
Die Form der Immobilienfinanzierung kann so pauschal nicht beantwortet werden. Das ist sehr stark vom individuellen Einzelfall abhängig. Es ist jedoch zu beobachten, dass in vielen Fällen eine Kombination aus Annuitätendarlehen, Bausparvertrag und Investmentfondsanlage sinnvoll ist. Die jeweilige Gewichtung dieser Instrumente muss individuell angepasst und nötige Risikopuffer beachtet werden.
Herr Störmer, vielen Dank für das Interview.
Das Interview führte Karoline Spiessl für Gartoo Deutschland.
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